Ein Baum benötigt ausreichend Wasser, um die Wurzeln leicht feucht zu halten und so den Saftstrom aufrechtzuerhalten. Die genaue Menge hängt vom Alter, der Baumart, der Bodenbeschaffenheit und den Wetterbedingungen ab. Für junge Bäume gilt als Richtwert: bis 200 cm Höhe etwa 3–5 Liter pro Tag, bei 200–400 cm 15–20 Liter pro Tag und bei 400–600 cm 25–60 Liter pro Tag. Besonders in Trockenperioden ist zusätzliche Bewässerung notwendig, da Regen nicht immer bis zu den Wurzeln gelangt.
Was bestimmt, wie viel Wasser ein Baum benötigt?
Die benötigte Wassermenge wird vor allem durch das Alter des Baumes, den Bodentyp, die Wetterbedingungen und die Baumart bestimmt. Neu gepflanzte Bäume benötigen mehr Wasser als bereits etablierte Bäume. Sandboden trocknet schneller aus als Lehmboden, und bei warmem Wetter oder starkem Wind steigt der Wasserbedarf.
Wie beeinflusst das Alter eines Baumes seinen Wasserbedarf?
Ist ein Baum gerade gepflanzt worden, benötigt er zusätzliche Unterstützung. Es ist wichtig, dass ausreichend Wasser verfügbar ist. Das Wasser darf nicht einfach abfließen, sondern sollte vor allem in den Wurzelballen und zu den Wurzeln gelangen. Deshalb empfiehlt es sich, bei jungen Bäumen einen Gießrand anzulegen.
Welche Funktion hat ein Gießrand?
Mit einem Gießrand versickert das Wasser an der richtigen Stelle im Boden, sodass die Wurzeln es gut aufnehmen können. Bei frisch gepflanzten Ballenbäumen sollte das Wasser direkt auf den Baumschulballen gelangen. Der Durchmesser des Gießrandes sollte mindestens dem Durchmesser dieses Ballens entsprechen. Lassen Sie den Gießrand mindestens zwei vollständige Vegetationsperioden bestehen. In dieser Zeit entwickeln sich neue Feinwurzeln, die schließlich außerhalb der Kronenprojektion wachsen.
Woran erkennen Sie Trockenstress bei bestehenden Bäumen?
Steht ein Baum bereits länger am selben Standort, ist es wichtig, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. Austrocknung erkennen Sie an schlaff hängenden Blättern, eingerollten Blättern, Verfärbungen, Blättern, die sich von der Sonne wegdrehen, oder sogar an Blattfall. Zu diesem Zeitpunkt ist das Gießen eigentlich schon zu spät. Deshalb ist es wichtig, diese Symptome zu vermeiden. Kontrollieren Sie regelmäßig den Boden direkt neben dem Wurzelballen. Dieser sollte sich leicht feucht anfühlen.
Welchen Einfluss hat der Bodentyp auf den Wasserbedarf eines Baumes?
Der Bodentyp bestimmt in hohem Maße, wie viel Wasser ein Baum benötigt und wie häufig Sie gießen sollten. Kontrollieren Sie daher immer die Bodenfeuchtigkeit in etwa 10 cm Tiefe im Wurzelballen und im umgebenden Boden. So können Sie besser beurteilen, ob zusätzliche Bewässerung erforderlich ist.
Sandboden oder Lehmboden: was bedeutet das für den Wasserbedarf?
In sandigem Boden versickert Wasser schneller und fließt leichter ab als in lehmigem Boden. Deshalb benötigt ein Baum in Sandboden meist häufiger oder mehr Wasser als ein Baum in Lehmboden. Lehmboden speichert Wasser länger, kann jedoch bei anhaltender Nässe weniger Sauerstoff zu den Wurzeln durchlassen.
Wie beeinflussen Wetterbedingungen den Wasserbedarf eines Baumes?
Ob viel oder wenig Niederschlag fällt, entscheidend ist vor allem, dass das Wasser tatsächlich den Wurzelballen und die Wurzeln erreicht. Regen fällt häufig außerhalb der Kronenprojektion des Baumes und dringt deshalb nicht immer bis zur Wurzelzone vor. Das bedeutet, dass ein Baum trotz Regen zusätzliches Wasser benötigen kann, um ein Austrocknen des Wurzelballens zu verhindern.
Weniger gießen bei anhaltendem Regen: wann ist zusätzliche Bewässerung nicht notwendig?
Bei langanhaltendem und starkem Niederschlag benötigt ein Baum in der Regel weniger zusätzliche Bewässerung. In den Monaten Mai bis August hingegen, bei trockenem Wetter mit Temperaturen über 20 Grad und niedriger Luftfeuchtigkeit, ist es besonders wichtig, häufiger oder mehr zu gießen.
Mehr Wasser bei warmem und trockenem Wetter: erhöhter Wasserbedarf im Sommer
In den Monaten Mai bis August, besonders bei trockenem Wetter mit Temperaturen über 20 Grad und niedriger Luftfeuchtigkeit, steigt der Wasserbedarf deutlich. Durch stärkere Verdunstung über die Blätter und schnelleres Austrocknen des Bodens ist es wichtig, häufiger oder mehr zu gießen. Regelmäßige Kontrolle der Bodenfeuchtigkeit hilft Ihnen, die richtige Wassermenge pro Baum zu bestimmen und sowohl Austrocknung als auch Überbewässerung zu vermeiden.
Unterscheidet sich der Wasserbedarf je nach Baumart?
Der Wasserbedarf unterscheidet sich je nach Baumtyp und hängt von Eigenschaften wie Blattstruktur, Wachstumsrate und Verdunstung ab. Wenn Sie zwischen immergrünen und laubabwerfenden Bäumen unterscheiden, können Sie die Wassermenge besser an die Vegetationsperiode anpassen und sowohl Austrocknung als auch Überbewässerung vermeiden.
Wann benötigen immergrüne Bäume Wasser?
Immergrüne Bäume mit ganzjährig vorhandenen Blättern oder Nadeln benötigen auch das ganze Jahr über Wasser. Sie verdunsten weiterhin Feuchtigkeit, sogar im Winter. Daher kann in trockenen Winterperioden zusätzliche Bewässerung notwendig sein, um ein Austrocknen des Wurzelballens zu verhindern.
Wann benötigen laubabwerfende Bäume Wasser?
Laubabwerfende Bäume verlieren im Herbst ihre Blätter. Ab diesem Zeitpunkt ist meist keine zusätzliche Bewässerung erforderlich, da die Verdunstung stark abnimmt und der Baum in eine Ruhephase übergeht. Sobald im Frühjahr die ersten Blätter austreiben und der Saftstrom wieder einsetzt, steigt der Wasserbedarf erneut. In der Praxis ist zusätzliche Bewässerung in der Regel von März bis Oktober oder November erforderlich, abhängig von Temperatur, Niederschlag und Bodentyp.
Richtwerte: Wie viele Liter Wasser benötigt ein junger Baum pro Tag?
Für Bäume, die weniger als ein Jahr im Freiland stehen und noch keine vollständige Vegetationsperiode durchlaufen haben, gilt folgende Richtlinie für die tägliche Wassergabe. Junge Bäume benötigen zusätzliches Wasser, um ein starkes Wurzelsystem zu entwickeln und gut anzuwachsen.
| Gesamthöhe des Baumes | Empfohlene Wassermenge pro Tag |
| < 200 cm | 3 bis 5 Liter pro Tag |
| 200-400 cm | 15 bis 20 Liter pro Tag |
| 400-600 cm | 25 bis 60 Liter pro Tag |
Diese Mengen sind als allgemeine Richtwerte für den Wasserbedarf junger, frisch gepflanzter Bäume gedacht. Die tatsächliche Wassermenge kann je nach Faktoren wie Bodentyp, Temperatur, Niederschlag und Standort variieren. Aus diesen Angaben können keine Rechte abgeleitet werden.
Einen Baum richtig gießen: wann und wie?
Die richtige Bewässerung eines Baumes verhindert Probleme wie Austrocknung oder Wurzelfäule. Wichtig ist nicht nur die Wassermenge, sondern auch der Zeitpunkt und die Art der Bewässerung. Mit folgendem Schritt-für-Schritt-Plan geben Sie einem Baum gezielt und effektiv Wasser.
Schritt 1: Prüfen Sie zuerst, ob Bewässerung notwendig ist
Fühlen oder messen Sie den Boden in etwa 10 cm Tiefe beim Wurzelballen. Der Boden sollte leicht feucht sein. Ist er trocken, geben Sie Wasser.
Schritt 2: Geben Sie Wasser an der richtigen Stelle
Achten Sie darauf, dass das Wasser den Wurzelballen und die Wurzeln erreicht. Regen gelangt nicht immer in die Wurzelzone, da ein großer Teil außerhalb der Kronenprojektion fällt.
Schritt 3: Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt
Gießen Sie vorzugsweise früh am Morgen oder am Abend. Dann verdunstet weniger Wasser und es kann besser in den Boden einsickern.
Schritt 4: Passen Sie die Häufigkeit an Jahreszeit und Wetter an
In den Monaten Mai bis August, bei trockenem Wetter und Temperaturen über 20 Grad mit niedriger Luftfeuchtigkeit, ist häufigeres oder intensiveres Gießen notwendig. Bei langanhaltendem Regen ist zusätzliche Bewässerung meist weniger erforderlich.
Schritt 5: Wählen Sie die passende Bewässerungslösung
Nutzen Sie die folgende Entscheidungshilfe, um zu bestimmen, was am besten zu Ihrer Situation passt:
| Bewässerungslösung | Wann verwenden Sie diese Lösung? | Warum wählen Sie diese Lösung? |
| Gießrand* | Bei neu gepflanzten Bäumen im Freiland | Sorgt dafür, dass Wasser direkt beim Wurzelballen bleibt und nicht abfließt |
| AquaBag | Bei jungen Bäumen, die langsam und gleichmäßig Wasser benötigen | Gibt Wasser über mehrere Stunden dosiert ab und verhindert Austrocknung und Überbewässerung |
| TreeDiaper | An Standorten, an denen Regenwasser aufgefangen und langsam abgegeben werden soll | Speichert Regenwasser und gibt es bei Trockenheit langsam ab |
| AquaMax | Bei Bäumen in städtischen Bereichen oder Pflanzflächen mit gezielter unterirdischer Bewässerung | Ermöglicht effiziente Bewässerung unter befestigten Flächen |
*Tipp: Lege eine Kokos-Abdeckmatte in den Gießrand. Wenn Wasser gegeben wird, zum Beispiel mit einem großen Wassertank, gelangt auf einmal viel Wasser in den Gießrand. Liegen dort Mulch oder Sand, können diese aufspritzen und aus dem Gießrand verschwinden. Mit einer Kokosmatte verhindern Sie dieses Problem. Außerdem hemmt sie das Unkrautwachstum, reduziert die Verdunstung und fördert das Bodenleben.
Schritt 6: Kontrollieren und passen Sie die Bewässerung regelmäßig an
Überprüfen Sie regelmäßig, ob der Wurzelballen austrocknet. Anzeichen sind unter anderem schlaffe oder verfärbte Blätter und Blattfall. Passen Sie die Wassermenge an die beobachteten Bodenbedingungen an.
Beratung zur richtigen Bewässerungsmethode
Die richtige Wassermenge ist entscheidend für Wachstum und Gesundheit eines Baumes. Die beste Bewässerungsmethode hängt von Faktoren wie Baumart, Bodentyp, Standort, Wetterbedingungen und Alter des Baumes ab. Wenn Sie den Wasserbedarf eines Baumes auf diese Bedingungen abstimmen, verringern Sie das Risiko von Ausfällen und fördern eine starke Wurzelentwicklung.
Möchten Sie sicher sein, welche Bewässerungsmethode für Ihr Projekt am besten geeignet ist? Wir beraten Sie gerne zu einer passenden Lösung für gesunde Bäume. Zögern Sie nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen.
Zuletzt aktualisiert am: 11. März 202
- Artikel überarbeitet und erweitert mit praktischen Richtlinien zur Wassergabe nach Baumhöhe
- Schritt-für-Schritt-Anleitung für das richtige Bewässern von Bäumen hinzugefügt
- Neue Abschnitte zu Bodentyp, Wetterbedingungen und saisonalen Einflüssen auf den Wasserbedarf ergänzt
- Übersichtstabelle mit Bewässerungslösungen einschließlich Entscheidungshilfe aufgenommen
- Text aktualisiert und für bessere Lesbarkeit überarbeitet
- Inhalt geprüft von Baumexperte / Arborist Bert van Gils
Veröffentlicht am: 17. Dezember 2020


