Bäume im öffentlichen Raum stehen zunehmend unter Druck. Sie müssen ihren Platz in einem Untergrund finden, der bereits mit Kabeln, Leitungen und anderer Infrastruktur überfüllt ist. Durch die Urbanisierung wachsen Bäume immer häufiger in Umgebungen, die stark von ihren natürlichen Standortbedingungen abweichen. Gleichzeitig ist es wichtiger denn je, dass Bäume gesund alt werden, damit sie einen positiven Beitrag zum Klima leisten können. Diese Kombination führt in der Praxis bei vielen Gemeinden zu drei wiederkehrenden Problemen:
- Wurzelaufbruch oder Schäden an der Infrastruktur
- Schlechter Wuchs aufgrund eines ungeeigneten Standorts
- Krankheiten und Schädlinge
Problem 1: Wurzelaufbruch und Schäden an der Infrastruktur
Was läuft hier schief?
Baumwurzeln suchen aktiv nach Sauerstoff, Wasser und Nährstoffen. Sie sind opportunistisch und folgen stets dem Weg des geringsten Widerstands. Wenn im Untergrund zu wenig durchwurzelbarer Raum vorhanden ist oder die Bodenstruktur schlecht ist, breiten sich Wurzeln entlang vorhandener, offener Strukturen aus. Dazu zählen Kabel- und Leitungstrassen oder Bereiche direkt unter der Pflasterung, wo Sauerstoff und Feuchtigkeit verfügbar sind. Häufige Folgen sind:
- Schäden an Pflasterflächen durch Wurzelaufbruch
- Kabelbrüche und Leckagen
- Instabile Bäume
- Hohe und wiederkehrende Reparaturkosten
- Sicherheits- und Haftungsrisiken
Lösung: Wurzelsperre oder Wurzelführung
Wurzelsperren und Wurzelführung sind bewährte Methoden, um Wurzelprobleme wie Wurzelaufbruch oder Schäden an unterirdischen Kabeln und Leitungen zu verhindern oder zu reduzieren. Dadurch werden auch hohe Reparaturkosten und Sicherheitsrisiken vermieden. Es handelt sich um unterirdische, nahezu unsichtbare Lösungen, die auf einfache und zugleich effektive Weise funktionieren.
Was ist der Unterschied zwischen Wurzelsperre und Wurzelführung?
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Wurzelsperre |
Wurzelführung |
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Wurzelsperre bedeutet, dass Baumwurzeln durch eine Barriere blockiert werden, sodass sie nicht in eine bestimmte Richtung weiterwachsen können. Diese Barriere wird auch „Wurzelsperrwand“ genannt. Sobald die Wurzeln auf die Wand treffen, wachsen sie entlang der Wand in derselben Tiefe weiter. Wird eine Wurzelsperrwand zu nah am Baum platziert, kann sich der Baum nicht ausreichend stabilisieren, wodurch der sogenannte Blumentopfeffekt entsteht. Als Faustregel gilt daher, dass eine Wurzelsperrwand immer in einem Mindestabstand von 2 Metern zum Baum installiert werden sollte. |
Die Wurzelführung lenkt die Wurzeln nach unten. Wie bei der Wurzelsperre treffen die Wurzeln auch hier auf eine Barriere, die in diesem Fall als Wurzelführungspanel bezeichnet wird. Diese Paneele sind mit Führungsrippen ausgestattet, die senkrecht zur Paneloberfläche angebracht sind. Diese Rippen sorgen dafür, dass die Wurzeln nach unten geleitet werden, sobald sie auf das Panel stoßen. Wenn die Wurzeln die Unterseite des Panels erreicht haben, wachsen sie in horizontaler Richtung weiter. Da die Wurzeln unterhalb des Panels ungehindert weiterwachsen können, ist eine gute Standfestigkeit des Baumes gewährleistet. Im Gegensatz zur Wurzelsperre kann die Wurzelführung daher auch innerhalb von 2 Metern Abstand zum Baum eingesetzt werden. |
Problem 2: Schlechter Wuchs durch einen ungeeigneten Standort
Woran erkennt man dieses Problem?
Bäume gehören von Natur aus in den Wald und nicht zwischen Beton und Pflasterflächen. Es ist daher nicht überraschend, dass ein Baum Stresssymptome zeigt, wenn er mitten in der Versiegelung ohne geeigneten Standort gepflanzt wird. Stadtbäume leiden häufig unter Hitzestress, Bodenverdichtung, Sauerstoffmangel, unzureichendem Wurzelraum, Trockenheit, Schadstoffen und Nährstoffmangel. Bäume fallen in der Regel nicht sofort aus, sondern stehen langfristig unter Stress. Dies zeigt sich unter anderem durch:
- Eingeschränkte Kronenentwicklung
- Vorzeitigen Blattfall
- Geringen jährlichen Stammdurchmesserzuwachs
- Erhöhte Instabilität
- Erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge
Lösung: ein Wurzelmanagement-System
Eine strukturelle Lösung ist der Einsatz eines Wurzelmanagement-Systems. Das TreeParker-Wurzelmanagement-System ist eine unterirdische Konstruktion, die Bäumen in befestigten Flächen einen optimalen Standort bietet. Das System eignet sich sowohl für Neupflanzungen als auch für bestehende Bäume. Die Konstruktion trägt selbst höchste Verkehrslasten, verhindert Bodenverdichtung und ermöglicht eine freie Entwicklung der Wurzeln innerhalb des Systems. Der Raum wird häufig mit einem speziellen Baumsubstrat gefüllt, das wasserdurchlässig und nährstoffreich ist. Das Wurzelmanagement-System besteht aus einer modularen Konstruktion, die unterhalb der Geländeoberkante installiert wird. Dadurch entsteht für den Stadtbaum ein optimaler Standort, in dem folgende Elemente integriert sind:
- Durchwurzelbares Volumen (Wurzelraum)
- Sauerstoffversorgung über Belüftungsrohre
- Wasserversorgung durch Infiltration und Wasserspeicherung
- Standfestigkeit durch Ballenverankerung (bei Neupflanzungen)
- Kontrolliertes Wurzelwachstum mit dem Wurzelführungssystem Tree Root Guiding
- Die richtige Bodenzusammensetzung
- Tragfähigkeit für Pflasterflächen
- Zugänglichkeit für Kabel und Leitungen
Wartungsfreundlich
Das TreeParker-System ist so konzipiert, dass:
- Bäume und Wurzelwachstum über Jahrzehnte gut beherrschbar bleiben
- Inspektion, Wartung und gezielte Anpassungen an Baum, Systemkomponenten oder unterirdischer Infrastruktur möglich sind
- Eingriffe ohne großflächige Schäden an Pflasterflächen, Wurzeln oder Infrastruktur durchgeführt werden können
Problem 3: Krankheiten und Schädlinge
Warum treten Krankheiten und Schädlinge so häufig auf?
Krankheiten und Schädlinge sind in der Regel keine isolierten Probleme. Sie sind oft die Folge langfristiger Stressfaktoren, wie zum Beispiel:
- Trocken- und/oder Hitzestress
- Sauerstoffmangel
- Bodenverdichtung
- Nährstoffmangel
Ein Baum mit einer geschwächten Basis ist anfälliger für Befall. Dadurch erhalten Pilze, Bakterien und Insekten mehr Möglichkeiten, sich anzusiedeln und Schäden zu verursachen.
Lösung: Stärkung der Baumgesundheit
Die Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen ist im Grunde Symptombekämpfung. Häufig war der Baum bereits geschwächt, sodass Krankheiten und Schädlinge leichtes Spiel hatten. Neben der Behandlung der Symptome ist es daher entscheidend, die Gesundheit des Baumes an der Basis zu stärken. Der Ansatz besteht aus drei Schritten:
- Schritt 1: Zunächst untersuchen, welchen Stressfaktoren der Baum ausgesetzt ist. Liegen Trockenheit, eine schlechte Bodenstruktur, ein gestörter Wasserhaushalt oder Sauerstoffmangel vor? Wenn Sie unsicher sind, wie Sie dabei vorgehen sollen, kontaktieren Sie uns gerne unter info@greenmax.eu. Senden Sie ein Foto des betroffenen Baumes oder der betroffenen Bäume, beschreiben Sie das Problem und wir beraten Sie gerne.
- Schritt 2: Behandlung der Symptome, wenn bereits Befall sichtbar ist. Liegt beispielsweise ein Befall durch den Eichenborkenkäfer vor, sollte so schnell wie möglich ESK auf die Bäume aufgetragen werden. Wurden schädliche Pilze festgestellt, ist Avengelus zeitnah einzusetzen. Stehen die Bäume unter Hitzestress und zeigen Anzeichen von Sonnenbrandschäden, sollte nicht gezögert werden, ArboFlex oder einen anderen Stammschutz anzuwenden.
- Schritt 3: Nach der Behandlung den Standort der Bäume verbessern. In Schritt 1 wurde festgestellt, welchen Stressfaktoren der Baum ausgesetzt ist. Auf dieser Grundlage können gezielte Maßnahmen ergriffen werden, um den Standort zu verbessern und das Risiko zukünftiger Krankheiten und Schädlingsbefälle zu verringern. Auch hier gilt: Wenn Sie Unterstützung bei der Auswahl der richtigen Lösung benötigen, helfen wir Ihnen gerne weiter. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.
Übersicht: Probleme und Lösungen
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Problem bei Bäumen im öffentlichen Raum |
Folgen |
Strukturelle Lösung |
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Wurzelaufbruch oder Schäden an der Infrastruktur |
Wurzelaufbruch, Kabelbrüche, Sicherheitsrisiken, hohe Reparaturkosten |
Wurzelsperre (RootBlock / RootControl) oder Wurzelführung (Tree Root Guiding). |
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Schlechter Wuchs durch ungeeigneten Standort |
Bäume werden nicht gesund alt und fallen langfristig aus |
TreeParker-Wurzelmanagement-System, entwickelt, um die Wachstumsbedingungen von Bäumen möglichst nah an die natürliche Situation heranzuführen |
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Krankheiten und Schädlinge |
Schäden, erhöhte Ausfallwahrscheinlichkeit |
Die Bedeutung eines integralen Designs
Der Kern vieler Probleme mit Bäumen im öffentlichen Raum liegt häufig nicht in der Pflege, sondern in der Planung. Bäume werden oft in einen Untergrund gepflanzt, der bereits stark mit Infrastruktur überlastet ist. Werden die beteiligten Fachdisziplinen erst spät einbezogen, entstehen unterirdische Konflikte, die im Vorfeld leicht hätten vermieden werden können. Ein integrales Design sorgt für:
- Weniger Schäden und Reparaturen
- Geringere Pflege- und Unterhaltungskosten
- Gesündere Bäume
- Eine besser planbare unterirdische Infrastruktur
Zusammenfassung
Die drei häufigsten Probleme bei Bäumen in Gemeinden sind Wurzelaufbruch und Schäden an der Infrastruktur, ungeeignete Standorte sowie Krankheiten und Schädlinge. Wurzelaufbruch und Konflikte mit Kabeln, Leitungen und Pflasterflächen lassen sich verhindern, indem das Wurzelwachstum bereits ab der Pflanzung mit Wurzelsperren oder Wurzelführung gezielt gesteuert wird. Schlechter Wuchs infolge ungeeigneter Standorte kann strukturell durch die Schaffung ausreichenden durchwurzelbaren Volumens gelöst werden, beispielsweise mithilfe eines Wurzelmanagement-Systems, das Wurzelraum, Wasserspeicherung und Tragfähigkeit für Pflasterflächen integriert. Krankheiten und Schädlinge sind häufig das Ergebnis langanhaltenden Stresses und lassen sich durch eine strukturelle Stärkung der Baumgesundheit reduzieren, unter anderem durch die Verringerung von Trocken- und Hitzestress sowie Sauerstoffmangel und durch gezielte Maßnahmen bei Bedarf.
Durch das frühzeitige Ansetzen an der Ursache statt erst beim sichtbaren Schaden wird verhindert, dass sich kleine Probleme zu kostenintensiven Eingriffen entwickeln. So entsteht ein öffentlicher Raum, in dem Bäume gesund alt werden können.


